Seit dem 1. Juli 2000 gilt, das alle Einhufer (Pferde, Ponies, Esel, etc.) ausnahmslos einen Equidenpaß erforderlich ist. Dies ist ein von der EU etroffenes Gesetz. Der Paß muß bei jedem "Verbringen" des Pferdes, also Fahrten zum Turnier, zum Tierarzt, zum Training, etc. , mitgeführt werden.

Inhalt des Passes:
  1. Name und Adresse des Besitzers
  2. Angaben zu Besitzerwechseln
  3. Erklärung des Besitzers zur späteren Nutzung (Schlacht - oder Nichtschlachttier)
  4. Abstammungsnachweis (sofern vorhanden)
  5. Diagramm des Pferdes mit seinen Abzeichen
  6. Farbe und Geschlecht
  7. Dokumentation zur Arzneimittelbehandlung und Impfungen

Durch das Diagramm erfolgt die Identifikation des Pferdes. Pferde die ab dem 1. Juli 2009 geboren wurden, müssen laut EU Verordnung innerhalb der ersten 6 Monate mit einem Mikrochip versehen werden. Die gesamten Daten des Tieres werden bei der FN in einer Datenbank gespeichert und können bei Verlust des Passes problemlos abgerufen werden. Pferde die auf Turnieren starten benötigen eine sog. aktive Kennzeichnung, d.h. entweder ein Mikrochip oder einen Nummernbrand.

Farbe des Passes

Ein Pferdepaß kann entweder von der FN oder vom Zuchtverband ausgestellt werden. Wer die Ausstellende Behörde ist, kann man leicht erkennen. Von der FN ausgestellte Pässe haben einen grünen, vom Zuchtverband ausgestellte haben einen roten Rücken.Ob grün oder rot ist für den Gebrauch des Passes vollkommen egal. Für internationale und nationale Ritte im Ausland muß das Pferd einen FEI Paß besitzen.WennIhr Pferd bei der FN registriert ist, ist eine Ergänzung zum internationalen Paß ohne großen Aufwand möglich.

Arzneimittelanhang

Pferde gelten in der EU immer noch als lebensmittelliefernde Tiere, genau so wie Schweine und Kühe. Die EU muß den Verbraucherschutz gewährleisten und daher gelten strenge Bestimmungen. Der Besitzer hat aber die Möglichkeit zu entscheiden, ob sein Pferd "zur Schlachtung bestimmt" oder "nicht zur Schlachtung bestimmt" ist. Wenn nichts eingetragen ist, gilt automatisch das Pferd als Schlachtpferd. Ein Schlachtpferd kann man jederzeit zu einem Nichtschlachtpferd umändern - die Entscheidung "nicht zur Schlachtung" ist aber endgültig - sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Wenn ein Pferd als Schlachtpferd gilt, darf Ihr Tierarzt nur Medikamente einsetzen, die für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen sind. Jedes Medikament muß dann hinten im Arzneimittelanhang mit Namen und der Wartezeit eingetragen werden. Vorteil bei einem Nichtschlachtpferd ist, das der Tierarzt die gesamte Palette der veterinärmedizinischen Medikamente und sogar im Therapienotstand auf humanmedizinische Medikamente ausweichen kann um dem Pferd zu helfen. Hier noch einmal die Vor - und Nachteile im Überblick:

Nicht Schlachtpferd

Vorteile

  • alle Medikamente können eingesetzt werden
  • Tierarzt muß keine medikamentösen Anwendungen eintragen
  • es muß kein Bestandbuch geführt werden

Nachteile

  • diese Entscheidung ist nicht rückgängig zu machen
  • der Eigentümer kann nicht mehr slbst entscheiden, ob und wann das Pferd getötet wird. Eine sog. Nottötung verlangt einen vernünftigen Grund und das Einverständnis eines Tierarztes
  • das tote Tier gilt als Sondermüll und die Entsorgung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden
Schlachtpferd

Vorteile

  • der Besitzer entscheidet alleine, wann sein Pferd getötet wird - schlachten ist aber dann keine Pflicht, Einschläfern ist auch möglich
  • die Umänderung in "nicht zur Schlachtung bestimmt" ist jederzeit möglich

Nachteile

  • nur bestimmte Arzneimittel dürfen angewendet werden
  • jede Arzneimittelanwendung muß dokumentiert werden
  • der Tierhalter ist zum Führen eines Bestandsbuches verpflichtet

Ein Bestandbuch muß von jedem Besitzer geführt werden. Bei Pensionspferdehaltung muß dem Stallbetreiber der entsprechende Arzneimittelabgabe-Beleg ausgehändigt werden. Diese Belege erhält einmal der Besitzer und einen Durchschlag behält der Tierarzt. Die Führung eines solchen Bestandsbuches kann von Amtstierärzten stichprobenartig überprüft werden.

Pferdepaß auch Eigentumsnachweis?

Der Pferdepaß ist kein Eigentumsnachweis. Er dient ausschließlich zur Identifikation des Equiden. Eigentumsnachweise sind nur die Eigentumsurkunde, die wie ein KFZ Brief , an einem sicheren Ort verwahrt werden sollte. Wenn keine Urkunde vorhanden ist, gilt manchmal der Abstammungsnachweis als Eigentumnachweis.