Mittlerweile liest man es in fast jeder Pferdezeitschrift und auch Fachjournalen von Tierärzten.

Das West-Nil-Virus ist auf dem Vormarsch nach Deutschland, im März 2009 wurde es in Österreich entdeckt und auch Störche in Deutschland wurden schon positiv getestet.

Doch was ist das West-Nil-Virus?

Das West-Nil-Virus (WNV) gehört zur Familie der Flaviviren, aus der auch das Gelbfiebervirus stammt.

Das Virus wurde erstmals in Uganda um 1937 bei einem Menschen entdeckt – daher der Name. Es handelt sich hierbei um einen Erreger, der einen umhüllten RNA–Strang als Informationsträger beinhaltet.

Übertragung

Das Virus hat Vögel als natürlichen Reservoirwirte.

Übertragen wird der Erreger durch Mücken der Gattung Culex ssp.

Sticht die Mücke einen infizierten Vogel, nimmt sie somit das WNV mit dem Blut in sich auf. Das Virus hat die Möglichkeit, sich im Vogel und auch in der Mücke zu vermehren. Wenn nun diese infizierte Mücke ein Pferd auf der Weide sticht und dessen Blut saugt, bringt sie somit das Virus in den Blutkreislauf des Pferdes und infiziert es mit dem WNV.

Es handelt sich nicht um eine ansteckende Krankheit, die von Mensch zu Pferd oder von Pferd zu Pferd übertragen werden kann.

Symptome

Bei einer Infektion eines Pferdes mit dem WNV ist es zu Beginn und ohne eingehende Diagnostik sehr schwer, eine WNV Infektion zu diagnostizieren. Es ist möglich, das infizierte Pferde vollkommen unauffällig sind und die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht.

Bei einem Ausbruch der Krankheit können Symptome auftreten, die mit anderen Pferdekrankheiten verwechselt werden können, wie z.B. Kopfschütteln, neurologische Ausfälle, hohes Fieber.

Innerhalb einer Zeit von 5 – 15 Tagen können folgende Symptome auftreten:

  • Inappetenz
  • Fieber
  • Sehstörungen
  • Neurologische Ausfälle
  • Schwäche der Hinterhand
  • Straucheln oder Stolpern
  • Krampfartige Anfälle
  • Festliegen
  • Komatöse Zustände

Der Nachweis mit einer Infektion mit dem WNV erfolgt über eine Blutentnahme (Serum), kann aber auch im Liquor (Hirnwasser) und anderen Geweben nachgewiesen werden.

Es werden im Serum sog. Immunglobuline des Typs M und G bestimmt.

Behandlung

Eine gezielte Behandlung gegen das WNV ist nicht möglich. Im Falle eines Ausbruchs und Nachweises der WNV Infektion kann man das Pferd mit antiviralen Medikamenten, Infusionen behandeln – es erfolgt eine sogenannte Symptomatische Behandlung.
Für diese Erkrankung besteht eine Meldepflicht bei den Vetrinärbehörden!

Die Sterberate bei einem Ausbruch mit neurologischen Ausfällen variiert. Je nach Autoren spricht man von 4 % - 14% oder 15% - 57 % .

Prophylaxe

Beachten Sie die Zeiten, an denen die Stechmücken am aktivsten sind( Morgengrauen und Abenddämmerung)

Wechseln Sie regelmäßig das Wasser auf der Weide, sodaß sich keine Mückenlarven bilden können.

Es besteht auch die Möglichkeit, ihr Pferd gegen das WNV impfen zu lassen. Mittlerweile ist auch in Deutschland ein lange bekannter Impfstoff der Firma Fort Dodge zugelassen. Die Immunisierung erfolgt wie bei allen anderen auch mittels Grundimmunisierung. Das Pferd wird zweimal im Abstand von 3 – 5 Wochen geimpft und hat ab dann eine ausreichende Immunisierung gegen das WNV.