Ansteckende Blutarmut der Einhufer...

 

 

Medien-Information des
Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt,
Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein


29. Juni 2017
Ansteckende Blutarmut der Einhufer – Untersuchungen bei Pferden in Schleswig-
Holstein, bislang keine Nachweise


KIEL.
Nach der Feststellung von Fällen der Equinen Infektiösen Anämie bei Pferden in
anderen Bundesländern laufen derzeit auch in Schleswig-Holstein Untersuchungen auf die
Infektion.
Bislang wurden keine Fälle nachgewiesen. Bei der anzeigepflichtigen Tierseuche Equine Infektiöse Anämie oder Ansteckende Blutarmut der Einhufer handelt es
sich um eine Virusinfektion, die alle Equiden wie Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel befallen kann und die für den Menschen ungefährlich ist.
Seit Anfang Juni 2017 waren in einigen Bundesländern Infektionen von Pferden mit dem
Virus festgestellt worden. Der erste Fall wurde bei einem Pferd in Niedersachsen
nachgewiesen. Daraufhin wurden die Kontakte dieses Pferdes zu anderen Beständen
ermittelt und in der Folge weitere einzelne infizierte Tiere festgestellt, zuletzt gestern (28. Juni 2017) in Hamburg.
Da die infizierten Pferde aus den anderen Bundesländern teilweise in Kontakt mit Pferden
in Schleswig-Holstein gekommen sind, werden derzeit mehrere Kontaktbetriebe
untersucht. Bislang gibt es keine Hinweise auf Ansteckungen. Dennoch müssen die
betroffenen Bestände bis zum Abschluss der amtlichen Untersuchungen gesperrt werden.
Darüber hinaus ist der Kreis Pinneberg von einem in Hamburg eingerichteten Sperrbezirk
betroffen (südöstlicher Rand der Stadt Schenefed). Sofern hier Equiden gehalten werden,
müssen diese entsprechend der Verordnung zum Schutz gegen die Ansteckende
Blutarmut der Einhufer untersucht werden, zudem gelten weitere Einschränkungen wie
Verbringungsverbote und ein Aufstallungsgebot.
Hintergrund
Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (syn. Equine Infektiöse Anämie - EIA, Infektiöse
Anämie der Einhufer) ist eine durch ein Lentivirus aus der Familie der Retroviren
ausgelöste Erkrankung, die Pferde, Ponys, Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras (Equidae)
betrifft.
Die Krankheit ist keine Zoonose, Menschen können sich mit EIA nicht infizieren.
Die Infektion erfolgt in erster Linie über den Austausch von Blut, vorrangig durch blutsaugende Insekten (Bremsen oder Stechfliegen). Eine Übertragung durch Insektenvektoren von einem infizierten Pferd ist nur über kurze Distanzen von 100 bis 200 Metern möglich. Die Krankheit kann akut, chronisch und ohne klinische Erscheinungen (inapparent) verlaufen.
Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer kommt weltweit vor, tritt jedoch regional gehäuft in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika, Australien sowie Süd- und Osteuropa auf. In Deutschland sind in den vergangenen Jahren vereinzelte Fälle nachgewiesen worden; häufig handelt es sich dabei um infizierte Tiere, die nach Deutschland importiert oder verbracht worden sind. Die Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer bestimmt, dass infizierte Tiere eingeschläfert werden müssen, da sie lebenslange Virusträger bleiben und andere Equiden infizieren können.
Nähere Informationen finden Sie in den FAQs unter:
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/T/tiergesundheit/faqInfektioeseAnaemie.html

Die genaue Lage des Sperrbezirksbereich im Kreis Pinneberg finden Sie unter www.kreis-pinneberg.de oder wenden Sie sich bitte an die dortige Pressestelle

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7173 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.